Ach, übrigens, Roland...

Posted: 20. Januar 2008 by Heiko Hartmann in Schlagworte: ,
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...du musst ja wissen: ich war auch mal ein Opfer. So 2002 müsste das gewesen sein, als mir und einem Kumpel das wiederfuhr. Wir in Kaiserslautern haben zwar keine U-Bahn, dafür aber eine zentrale Bushaltestelle in der Innenstadt. Und dort passierte es denn. Daß, was du bekämpfen willst. Zuerst wurden wir von einem dieser drei russischen Jugendlichen ja nur um einen Euro angehauen, was wir allerdings verneinten, da wir echt kein Geld bei uns hatten (bzw. es zuvor im Kino gelassen haben).

Nun gut... entweder glaubte man uns nicht oder die Verzweiflung war groß: nach einiger Zeit wurden wir wieder angeschnorrt ob wir nicht doch ein wenig Geld hätten. Daraufhin nahm dieser Kerl meinen Freund recht seltsam in den Arm, nachdem vorher ihm schon ein anderer mit irgendwas an den Hinterkopf schlug (was er aber nicht so richtig bemerkt hat, da er ne Mütze auf hatte). Als ich dann mal fragte, was das soll, ging das ganz schnell. Mich stieß man zu Boden und trat mir an den Hinterkopf während die zwei anderen der insgesamt drei Gestalten meinem Kumpel das Gesicht zerbeulte und ihm eine blutige Nase bescherte. Gut, das ich diesen kurzen Geistesblitz, als ich die leere Bierflasche beim Fluchtversuch auf dem Bordstein sah, nicht in die Tat umsetzte. Wär bestimmt nicht so dolle gekommen. Für beide Seiten nicht.

Jedenfalls nahmen die drei alsbald reißaus und überliesen uns unseren blauen Flecken und der blutigen Nase. Die von irgendeinem Passanten herbeigerufene Polizei bestätigte dann übrigens ihre ganze Kompetenz darin, daß einer der Beamten uns wirklich nach deren Ankunft fragte, ob wir was von einer Schlägerei gesehen hätten! Obwohl mein Freund gut sichtbar eine mächtig blutende Nase und einige Blessuren im Gesicht hatte!! Ich glaube, man hat meinen erst verwirrten und dann mächtig entgeisterten Gesichtsausdruck gut erkannt.

Um die Sache hier mal abzukürzen: die Sache verlief im Nirgendwo, da die Täter schon weit über alle Berge waren und von einer Anzeige gegen Unbekannt sahen wir ab. Hätte sowieso nicht viel gebracht. Als ich dieses Erlebnis zu Beginn der kommenden Woche in der Schule erzählte, brachte es ein ebenfalls aus Russland stammender Klassenkamerad treffend auf den Punkt. Ich zitiere: "Wegen solchen Arschlöchern haben wir normalen, friedlichen Leute so einen schlechten Ruf!" Und da muss ich sagen: recht hat er. Die drei Vollspacken waren die einzigsten mir feindlich gesinnten ausländischen Jugendlichen, die mir bisher unter die Nase gekommen sind.

Anders meine Mutter. Die ließ sich am Abend der Tat zu einem recht rassistisch angehauchten Geschimpfe über die Täter hinreißen. Und da haben wir es: genau das versuchst du auch, um deine Macht im Hessenländle zu erhalten. Das haben zwar schon viele andere vor mir auch schon festgestellt, aber mit meinem Erlebnis kann man das auch nochmal wunderbar nachvollziehen. Die gesamten Stammtisch- und Alltagsfaschisten, welche ebenso schnell mit rassistischen Äußerungen ihr Maul aufreißen wenn sie von sowas erfahren, die ziehst du alle schön auf deine Seite um noch ein paar Wählerstimmen zu fangen. Du gehst niveauloser auf Stimmenfang als RTL mit seinem Dschungelcamp auf Quotenfang. Du wirfst mit Scheiße um dich und hoffst dabei, daß sie sich beim Aufprall für dich in Gold verwandelt und dann wieder wie der Superheld No. 1 dastehst. Ab einem bestimmten Punkt deiner Gequatsches wären der Adolf, Hermann und Heinrich mächtig stolz auf dich. Ihre heute noch aktiver Nachwuchs jubelt ja schon. Und daher könnt ich kotzen, wenn ich dein Geschwafel höre.

Ach... was ich eigentlich sagen wollte: Auch wenn ich ein Opfer von solchen kriminellen Ausländern war, wählen würd ich dich trotzdem nicht, wenn ich ein Hesse wäre!

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