Sonah - Kurzgeschichten

Posted: 5. Januar 2008 by Heiko Hartmann in Schlagworte: ,
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Fünf Jungs machen sich mit ihrem Debütalbum auf, den Zuhörer insgesamt zehn emotionelle sowie rockende Songs in die Gehörgänge zu jagen. Dabei machen das Sonah eigentlich recht gut. Denn schon der Opener des Albums "Kurzgeschichten", "Herzschlag, Gegenschlag", ist ein richtig toller Song der schon nach dem ersten Hören in dir festhängt, nicht mehr aus dem Ohr will und in dir ein wohliges Gefühl versprüht. Da macht man einfach alles richtig. Gemächlich breit rockender Anfang, schnelle Strophen, tolle Bridge und netter Refrain. Das greift.

Zumal haben die Jungs trotz ihres noch jungen Alters musikalisch so einiges auf dem Kasten. Da werden teilweise wunderbare Gitarrenmelodien in das üppige Rockgewand eingebaut. Mal ein wenig epischer, dann wieder toll und energetischnach vorne preschend. Die Produktion des Albums geht dabei sehr in Ordnung, könnte aber für manche Geschmäcker eventuell ein wenig zu glatt sein. Trotz druckvollem Sound fehlt ein wenig die Rauheit im Sound, was teils an etwas härtere, amerikanische Emobands erinnert. Teilweise streifen die Jungs mit einigen Riffs aber auch den Metalcore, wie zu Anfang von "Komm zurück" oder das mit doppelten Gitarrenläufen gespickte Riff nach dem Refrain von "Egal wie du es nennst". Und das Anfangsriff von "Kopfgewicht" - übrigens wirklich stark gespielt - könnte sogar eine Melodic Speedmetal-Band nicht besser hinbekommen.

Und trotzdem - irgendwas hakt hier noch ein wenig bei den "Kurzgeschichten". Im großen und ganzen gehen wirklich alle 10 Songs des Albums wirklich in Ordnung. Größtes Manko dürfte sein, das so manches Lied noch nicht so richtig hängen bleiben will. Mit "Herzschlag, Gegenschlag" schickt man schon wirklich einen wahren Kracher zu Anfang in den Ring und kann das Niveau leider nicht halten. Neben diesem schaffen es wirklich nur noch "Komm zurück" und "Geschichten" den Zuhörer richtig zu bewegen. Gerade ersterer ist wunderbar emotional, prescht nach vorne los und besticht durch geschickte Tempowechsel. Alles andere ist leider noch ein wenig zu gleichförmig, bietet aber eigentlich überall schon mal gute Ansätze. Nur, man könnte eigentlich ein wenig mehr aus den Grundideen machen. Da erwarte ich für das nächste Album noch etwas mehr Biss, mehr Mut zum Experiment vielleicht.

Textlich dürften manche Leute vielleicht auch so ihre Probleme haben, da ab und an doch sehr der Pathos raushängt. Aber: bei manchen Liedern paßt das aber auch wirklich wie die Faust aufs Auge. Schließlich ist das auch eine Frage des Geschmacks. Die Ox-Leute bemängeln in ihrer aktuellen Ausgabe teilweise eine zu große Nähe am Schlager. So schlimm ist das für mich nun auch wieder nicht, aber das sieht bestimmt jeder anders. So bleibt "Kopfgeschichten" ein tolles Album, das "nur" drei richtige Burner vorzuweisen hat. Diese packen einen wirklich und erzählen schöne Geschichten. Den andern fehlt irgendwie noch ein wenig das gewisse etwas, dieses bekannte i-Tüpfelchen, damit alles wirklich rundum perfekt wird. Jedenfalls haben Sonah - alles wirklich tolle und talentierte Musiker - mit "Kurzgeschichten" eine tolle Grundlage für weitere Alben geschaffen. Gefällt alles in allem wirklich gut.

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