Zückon B

Posted: 25. Februar 2008 by Heiko Hartmann in Schlagworte:
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Es bedarf nicht immer eines sozial schwachen Umfelds, um Jugendliche in die Arme der Rassisten treiben zu lassen. Wenn die Mami ein Nazi ist, dann färbt dies - erschreckenderweise - auch auf die kleine Tochter ab:

Demnach hat das Mädchen mit Buntstiften dutzende Hakenkreuze, SS-Runen und Nazi-Parolen an die Wand ihres Kinderzimmers geschmiert. Auch die Zahl "88" taucht immer wieder auf. Sie steht im braunen Jargon, weil H der achte Buchstabe im Alphabet ist, für den NS-Gruß "Heil Hitler".

Besonders gruselig mutet dabei ein Detail an, das beim ersten Hinsehen zunächst nicht auffällt. In der unteren linken Ecke der Aufnahme ist die ungelenke Zeichnung einer Tonne zu erkennen, auf die mit Kinderhand "Zückon B" gekritzelt wurde. Gemeint ist offenbar das hochgiftige Insektizid Zyklon B, das zwischen 1941 und 1945 zum Massenmord in den Vernichtungslagern des Dritten Reichs eingesetzt wurde.

(Quelle: Spiegel Online)

Die Mutter selbst nennt sich dabei vollmundig eine soziale Nationalistin (ohnehin schon ein Paradoxon) und findet die Hakenkreuz- und Zyklon B-Kritzelei als völlig in Ordnung. Und wo andere Kinder zwischen Diddelmäusen und Tigerente aufwachsen, so hat die Kleine zu Hause immer die Hakenkreuzflagge und ein Hitlerbild vor der Nase.

Auch so kommt das braune Pack dazu, sich Nachwuchs für ihr verabscheuendes Gedankenbild heranzuzüchten. Dazu fällt mir gerade ein: als ich eine Dokumentation über Kinder bei Rechtsextremen sah, hätte ich ja beinahe vor lauter Wut schon in den Monitor treten können, als da ein eigentlich völlig unschuldiger kleine Junge auf dem Gras beim Spielen saß, welcher ein Shirt mit der Aufschrift "kleiner Germane" trug.

Das schlimme an dieser Sache ist ja zudem, daß den Gesetzesorganen die Hände gebunden sind. In den eigenen vier Wänden kann die Mutter tun und lassen was sie will und ihrer Tochter weiterhin mit fragwürdigen Gedankengut verblenden kann. In meinem Augen ist dies ein klarer Eingriff in die gesunde, geistige Entwicklung des Kindes. Wenn man also schon vom Gesetz her nicht viel gegen die Mutter ausrichten kann, inwiefern könnte man dann das Jugendamt in diesem Fall einschalten? Immerhin wird hier eine demokratisch korrekte Erziehungsweise des Mädchens stark vernachlässigt, welches so im weiteren sozialen Umgang mit ihrer Umwelt stark verkorkst wird, was spätestens in Kindergarten bzw. Schule zu starken Problemen führen würde. Wenn dies nicht schon längst geschehen ist...

2 Kommentare:

  1. Das ist schon wirklich der Hammer; und ich verstehe die Aufregung absolut. Man kann sich ja vorstellen, was aus der Kleinen mal wird - außer sie bekommt in der Pubertät von selbst die Kurve, rebelliert gegen ihre Mutter und wird Punkerin.
    Aber es ist auch gefährlich, in so einem Fall nach der Polizei, dem Jugendamt und dem Staatsschutz zu rufen!
    Klar, in diesem Fall würde unsereins sich das eigentlich wünschen - aber wenn man in diesem Fall danach ruft muss man auch damit rechnen, dass irgendwann der Staatsschutz bei einem zuhause vor der Tür steht, weil man sein Kind mit linker Propaganda "verseucht".
    Und deswegen würde ich eher auf die reinigende Kraft der Pubertät hoffen und wünsche dieser Nazi-Mutter viel Freude mit einer linksautonomen 14jährigen Tochter..:-)

  1. GrossOut says:

    Hoffen schön und gut, aber wer weiß, ob es dann auch so eintrifft. Bis zu ihrer Pubertät hat sie ja noch gut sechs bis sieben Jahre. Und wer weiß, wie sie sehr sie dann von der Propaganda der Mutter dann eingenommen ist als ohnehin schon.

    Andererseits: gerade die Pubertät ist eigentlich fast immer eine pures Eltern provozieren und dagegen sein (kenn ich ja selbst noch gut). Wollen wir also wirklich mal hoffen, daß sie so ab 13/14 Jahren gegen das schreckliche Geblubber der Mutter ist.