Es lebt und ist tödlich! Top 10 der schrägsten lebendigen Dinge im Horrorfilm

Posted: 31. März 2008 by Heiko Hartmann in Schlagworte: , ,
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Auf der Rechnung hatte ich folgenden Beitrag eigentlich nicht. Doch da René bei seinem Posting über meine Top 10 der schrägsten Viecher im Horrorfilm anmerkte, daß auch noch die Eiscreme aus dem Film The Stuff irgendwie super in die Liste passen würde und durch die Kommentare dort wurde ich zu dieser Liste inspiriert. Denn es gab ja schon vieles an gewöhnlichen und ungewöhnlichen Alltagsgegenstände, welche urplötzlich vom Böses besessen wurden und so einigen friedfertigen Zeitgenossen mehr oder minder erfolgreich ans Leder wollten. Die 10 ungewöhnlichsten - darunter übrigens auch zwei Mal Lebensmittel vertreten - sind nun in dieser Liste verewigt. Und glaubt mir, hier geht's nicht minder schräg zur Sache. Noch eine kleine Anmerkung bevor es richtig los geht: Spielzeughorror á la Puppet Master, Chucky und Co. habe ich außen vor gelassen, immerhin kann man das ja schon fast als normaler innerhalb des Horrorfilms ansehen. Aber widmen wir uns jetzt mal den Top 10.

10: Wäschemangel
The Mangler (USA 1995)

In der Kurzgeschichtensammlung Nachtschicht befindet sich die Vorlage, nach der Tobe Hooper das Drehbuch zusammenschraubte und auch gleich auf den Regiestuhl sprang, um letztendlich eine überdurchschnittliche Stephen King-Verfilmung zusammen zu zimmern. Gar böse Todesfälle an einer Wäsche- bzw. Heißmangel in einer Wäschefabrik stehen hier im Fokus der Ermittlungen eines tapferen Polizisten, welcher auch alsbald den seltsamen Boss der Fabrik als Verdächtigen im Visier hat. Letzterer wird übrigens recht solide von Robert Englund verkörpert und am meisten Spaß macht der Film wirklich immer dann, wenn titelgebende Maschine blutig (aber nur in der Unrated-Fassung bitte) zu Werke geht. Man sieht ja nicht alle Tage so ein riesiges Ding urplötzlich im Blutrausch.




09: Kondom
Kondom des Grauens (Deutschland 1996)

Nochmals auf einer Vorlage basierend, diesmal war diese nicht in reiner Textform, sondern ein Comic von Kultzeichner Ralf König. Alleine der Name des Polizisten - Mackeroni - macht es die ganze Sache ja Wert, wenigstens einmal in seinem Leben in diesen Film zu schnuppern. Das hört sich schon so richtig trashig abgeschmackt an, was auch als Beschreibung des ganzen Films wunderbar paßt. Alleine schon die Darstellung der gefräßigen Lümmeltüten ist für so manchen Lacher gut. Kein Wunder das sich das älteste Independent-Studio/Label Troma den Verleih des Films in den USA übernommen hat. Verwunderlich ist nur, daß man solche gestandenen Schauspieler wie Udo Samel, Peter Lohmeyer oder auch Iris Berben in der Produktion antrifft. Aber okay, ein bißchen Trash schadet ja nie.



08: Kühlschrank
Der Kühlschrank (The Refrigerator, USA 1991)

Gar nicht mal so weit hergeholt. Echt jetzt! Schaut man sich mal das Innenleben des Kühlschrankes so manchen Messies oder Mietnomaden ein, dann könnte man wirklich bald meinen, daß der Inhalt oder gleich der ganze Kühlschrank anfängt zu Leben. Anfang der Neunziger wurde dies jedenfalls im Horrorfilm Wirklichkeit, als der Kühlschrank eines vom Lande frisch nach New York gezogenen Paars von ein paar zugedröhnten Drehbuchautoren zum Tor der Hölle deklariert wird. Und nachdem sich die beiden Herrschaften erstmal ein wenig ins negative Verändern um die Spannung beim Zuschauer steigern zu wollen, geht es erst richtig ab, als das Dingens den Klempner frißt! Richtig toll ist übrigens auch der Showdown - einer Battle zwischen Menschen und Kühlschrank, bei der sich dieser noch Verstärkung durch einen Ventilator und eines Abfalleimers (!) holt. Liest sich trashig, sich selbst nimmt der Film aber unglaublich ernst. Doch gerade diese sind ja auch die schönsten Trashstreifen.



07: Eiscreme
Stuff - Ein tödlicher Leckerbissen (The Stuff, USA 1985)

Larry Cohen, verantwortlich für die Brut an Monsterbabies in den Filmen Wiege des Bösen/Satans und Schreckens, lieferte Anno 1985 einen kleinen B-Film der sich zwar mächtig abstrus anhört, aber um so genialer dargestellt wurde. Es geht um diesen Stoff, den einige Arbeiter zu Beginn aus einem Loch im Boden blubbernd finden. Einer macht das einzig richtige was man machen kann, wenn man eine fremde, total seltsam aussehende und fröhlich vor sich hinblubbernde Masse irgendwo in der Pampa findet: er steckt den Finger rein und probiert das Zeug einfach! Da der "Stuff" so wohlschmeckend ist, wirds bald von einigen windigen Geschäftsläuten abgefüllt, auf den Markt gebracht und Millionen an Kohlen gescheffelt. Allerdings machen sich bei dem ohnehin recht süchtig machenden Zeugs so einige Nebenwirkungen breit. Cohen rührte dabei eine sehr unterhaltsame Mixtur zwischen Horrorfilm und Komödie an, mächtig unterhaltsam und Michael Moriarty als FBI-Agent mit einigen lockeren Sprüchen auf den Lippen ist ohnehin ein Hit. Das man da zwischen den Zeilen auch noch Konsumkritik rauslesen kann, geht da teilweise unter. Auf jedenfall ist das aber wirklich ein leckerer Stoff, dieser "Stuff"!


06: Bett
Death Bed - The Bed That Eats (USA 1977)

Man sollte den Film nicht mit einem gleichnamigen Schnarcher neueren Datums verwechseln. Diese in den wilden 70ern runtergekurbelte Schandtat hat nämlich nie das Licht einer deutschen Veröffentlichung erblickt. Schade eigenltich, denn vor allem für die Freunde des richtig extremen Trashs dürfte dies eine wahre Offenbarung sein. Ein Opfer des totbringenden Betts erzählt den ganzen Film über die bösen Schandtaten des Betts, was episodenhaft über gut 80 Minuten in höchst erfreulichem Dilettantismus realisiert wurde. Hier ist manches sogar noch billiger als Low Budget und die Methoden des Betts, seine Opfer umd die Ecke zu bringen sind wahre Höhepunkte: in die Matratzen werden sie (in eine andere Dimension?) gezogen, in der sie nun in säureartiger Flüssigkeit schwimmen und von dieser zerfressen werden. Dabei sind dann übrigens immer lustvolle Schmatzgeräusche des Betts zu hören, wenn es die armen Leutchen verschlingt. Hier sollten wirklich nur sehr abgebrühte Filmveteranen die Sichtung in Anbetracht ziehen, alle anderen dürfte wohl alsbald durch die nicht vorhandene Qualität die Hutschnur reißen.



05: Bong
Evil Bong (USA 2006)

Trotz der vielen B- und C-Filme die sie produziert haben, genießen die Full Moon Studios von Charles Band bei den Fans Kultstatus. Nicht nur wegen der legendären Puppet Master-Reihe, welche allerdings mit jedem weiteren Teil alsbald totgeritten wurde. Band, welcher auch 1982 bei Demi Moores Leinwanddebüt Killerparasit Regie führte, hat vor gut zwei Jahren den Alptraum eines jeden Kiffers auf Video gebannt: die Mär vom bösen, besessenen Bong! Genauer gesagt ist dieser von einem bösen Flaschengeist bewohnt, welcher alsbald die vier Bewohner einer WG terrorisiert. Und damit das ganze auch so richtig verkifft rüberkommt, ist der Film die meiste Zeit über recht träge und langsam, kann aber durch seine komödiantischen Töne noch halbwegs unterhalten. Neben Bill "Otis" Moseley haben hier übrigens auch noch einige Figuren aus anderen Produktionen von Full Moon Cameo-Auftritte.



04: Rasenmäher
Blades - Klingen aus Stahl (Blades, USA 1989)

Tote auf dem Golfplatz gibt es hier zu beklagen. Anders als bei The Greenskeeper geht hier die Gefahr aber keineswegs von einem halb untoten Golfwart aus sondern... von... einem...... Rasenmäher! Und nicht das auch hier irgendein durchgedrehter Psycho den Rasenmäher als Mordwerkzeug führt, nein, das Ding ist von ganz alleine so böse geworden. Trash? Oh ja. Vor allem, wenn man den Namen des Produktionsstudio erfährt: Troma, die Heimatstätte des Toxic Avengers und von Sgt. Kabukiman, ist für diesen Alptraum aus Stahl und Klingen verantwortlich. Wer übrigens meint, das der Film eine Verballhornung des zwei Jahre früheren entstandenen und recht drögen Stephen King-Regiedebüts Rhea M ist, der liegt daneben. Blades versteht sich - und jetzt kommts - als Persiflage auf Spielbergs weißen Hai. Denn die Angriffe des Rasenmähers sind in Sachen Inszenierung und musikalischer Untermalung wie die des großen, bösen Fischs aufgebaut. Typischer Troma-Stoff eben, der die Firma um Lloyd Kaufman einfach so sympathisch macht.



03: Lebkuchenmann
Gingerdead Man (USA 2005)

So, und nochmal zurück zu Charles Band. Auch für diesen Beitrag ist der Herr verantwortlich, natürlich wieder unter dem Banner der Full Moon Studios. Und auch hier stoßen Horror, Komödie und gnadenlos großes Trash-Appeal aufeinander um einen unspektakulären aber doch irgendwie vergnüglichen Film zusammen zu schustern. Der größte Charme geht da natürlich von der Titelkreatur aus, welche zwar dürftig animiert wurde, aber wohl gerade deswegen so schnell das Herz des Zuschauers erobert. Man kennt das ja auch von Chucky und seinen Kollegen: da werden einige sarkastische Sprüche vom Stapel gelassen und fröhlich drauf los gemetztelt. Doch weil es Puppen ja schon seit Urzeiten immer wieder in den Horrorfilm schaffen, mußte jetzt einfach mal ein total gemeiner Lebkuchenmann her. Könnte sein, daß man zur Weihnachtszeit bei der Familie Band von diesem zu viel genascht hat, um auf solch eine Idee zu kommen.



02: Stehlampe
Amityville Horror Teil 4 (Amityville: The Evil Escapes, USA 1989)

Am Anfang war Amityville Horror, die Verfilmung um die angeblichen wahren Begebenheiten der Familie Lutz, welche in ein Spukhaus eingezogen sind und dort schreckliches erlebten. Während heute die meisten Parapsychologen von einem Betrugsfall ausgehen, ist wenigstens der Film mit einem unglaublich zottelig ausschauenden James Brolin in der Hauptrolle ein kleiner Klassiker geworden. Schnell wurden einige Sequels (insgesamt sieben) nachgeschoben, welche qualitativ natürlich immer weiter sanken. Ganz groß war da zum Beispiel der vierte Teil, in dem der böse Geist des Hauses Zuflucht in einer Stehlampe (!) gefunden hat. Und genau diese Stehlampe ist es auch, welche im weiteren Verlauf des Filmes böses treibt. Und die Rede ist hier keineswegs nur von einem derben Wackelkontakt. Immerhin macht sich schon ein gottesfürchtiger Elektriker Pfarrer auf den Weg, um die neuen Besitzer zu beschützen. Schade, daß er dabei keine Zeit mehr gefunden hat, die Menschen aus ihrem Tiefschlaf zu wecken. Spätestens gegen Ende ist man aber wieder wach, um den "Tod" der Lampe mitzubekommen, welche unter lauten Geschrei (!) aus dem Fenster springt... Wenn man ganz stark ist, wiedersteht man der Versuchung das gleiche zu machen und steht den Film durch und schaut sich hinterher den viel besseren Teil 1 zur Nervenberuhigung an.

Trailer

01: Rucksack
Überfall der Mörderrucksäcke (Deutschland 2005)

Gegen sowas kann keine Eiscreme, kein Kondom und auch keine Lampe anstinken. When there's no more room at Eastpak, the backpacks will walk the earth. Oder so ähnlich. Das dollste daran ist ja, das dies nicht mal die doofen B-Filmkönige aus Amiland geschafft haben. Wir haben es hier mit einem deutschen Qualitätsprodukt zu tun, welches vor gut zwei Jahren vom Berliner Kultlabel CMV Laservision (welche im Sommer den Kultslasher Todesfalle am Mill Creek releasen, aber das nur mal nebenbei) innerhalb ihrer Trash Collection zu DVD-Ehren verhalf. Trash Collection? Der Name ist Programm! Zuerst geht man im kleinen Dorf Sontheim von einem Serienkiller aus, welcher für einige bestialische Morde verantwortlich ist. Doch die SOKO "Vorstadtripper" entdeckt bald, daß die Täter fleischfressende Rucksäcke sind! Wer keine Angst vor Amateurproduktionen hat, der kann ruhig mal ein Auge riskieren. Besser als die Ergüsse solcher Dilettanten wie Andreas Schnaas oder Jochen Taubert ist der Film auf jeden Fall. Als Fan von Dawn of the Dead kommt sowieso auf seine Kosten, da man hier einige nette Anspielungen auf diesen Klassiker eingebaut hat.





8 Kommentare:

  1. Anonym says:

    Es fehlt die Stereoanlage:
    http://www.youtube.com/watch?v=ubCbUz1lhjI

  1. Anonym says:

    Und die Killertomaten?
    http://de.wikipedia.org/wiki/Angriff_der_Killertomaten
    Grüße aus Wuppertal
    Chris

  1. GrossOut says:

    Zu den Killertomaten muss ich sagen, daß ich sie mit Absicht nicht in die Top 10 aufgenommen habe, da diese durch ihre Bekanntheit ja fast schon Gewöhnlich sind. Ich wollte hier eher den Augenmerk auf größtenteils ungewöhnlichere, unbekanntere Filme legen.

  1. Anonym says:

    danke schön!! gut gemacht

  1. Florian says:

    "Vorstadttripper"

    Sicher, dass es ein VorstadtTRIPPER ist und kein RIPPER? ;-)

  1. GrossOut says:

    Ne, das ist in der Tat eher ein Ripper. Fehler wurde ausgessert.

  1. Anonym says:

    Hey Hey, I am new to these parts. suppose say howdy.

    See ya! :) and Thanks alot

    (sorry if the wrong place to put this post)

  1. Anonym says:

    I am not so skilled to be clever to put up awesome stuff like you do but I am trying to pay it back so hoepfully this will afford you a toothful grin or make you burst out laughing or at the very least give you a thought for the day? :

    Quantum mechanics: The dreams stuff is made of.



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