Fido

Posted: 6. März 2008 by Heiko Hartmann in Schlagworte:
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Nach den sogenannten Zombiekriegen gelingt es einem Wissenschaftler, Zombies mittels eines Halsbandes den Hunger auf Menschenfleisch und somit deren Trieb auszuschalten. Dadurch können sie als Arbeitskräfte für niedere Tätigkeiten in der Gesellschaft und Privathaushalten eingesetzt werden. Auch Familie Robinson möchte den Nachbarn - welche schon alle einen Zombie haben - in nichts nachstehen und so schafft Frau Mama einen dieser Hauszombies an, auch wenn ihr Mann durch ein traumatisches Erlebnis Angst vor diesen Kreaturen hat. Trotz anfänglicher Skepsis in der Familie freundet sich vor allem deren Sohn Timmy schnell mit dem Untoten an und gibt ihm den Namen Fido. Doch die traute Familienidylle bekommt einen mächtigen Knacks, als bei einem Ausflug im Park Fidos Halsband kurzzeitig ausfällt und er eine Nachbarin angreift. Damit schlittern die Robinsons in ein recht turbolentes Abenteuer...

Trailer und der englische Untertitel ("A romantic Comedy. With zombies.") machten Hunger auf den kanadischen Streifen der innerhalb des gut bestückten Subgenres des Zombiefilms mal wieder eine willkommene Abwechslung im ganzen Wust an 08/15-Veröffentlichungen. Eigentlich wäre Fido auch ein guter Streifen, hat er doch durch seine wirklich ungewöhnliche Story so einiges an Potenzial, welches er aber leider auch ein wenig verschenkt. Denn die Thematik des Hauszombies, mit dem etwas schief geht, könnte für viele herrlich makabre und schwarzhumorige Szenen sorgen, die man hier allerdings vermisst. Mehr als einen kleinen Lacher können die Gags im Film nicht verursachen. Da wurde ein wenig zu brav vorgegangen. Man könnte sogar meinen, daß der Kontext der 50er Jahre sich hier negativ auf die Produktion ausgewirkt hat. Es ist einerseits zwar wirklich wunderbar umgesetzt worden, so das man sich sehr schnell in die heile Welt dieser Zeit versetzt fühlt. Denn die Ausstattung, die ist wirklich eine Wucht.

So plätschert Fido allerdings die meiste Zeit nur vor sich hin und man wartet gespannt auf diesen einen Moment, der den Film aus seiner Behäbigkeit reißt. Doch leider wartet man vergebens. Es fehlt ihm schlicht und ergreifend an Biss. Richtig schlecht ist das ganze zwar nicht, allerdings auch nicht der ganz große Bringer, wie er schon von manchen Kritikern angepriesen worden war. Dennoch ist das ganze aber auch wieder sehenswert, da wir es - wie schon gesagt - mit einem endlich mal wieder originellen Story zu tun haben. Und trotz der Zombies sollten Gorehounds übrigens kein Schlachtfest erwarten. Außer einigen ganz kurzen Effekten geht es auch in diesem Bereich recht gesittet an. Dafür machen vor allem Carrie-Ann Moss als Timmys Mutter und Tim Blake Nelson als verschrobener Nachbar Mr. Theopolis sehr viel Spaß. Gerade Nelsons Charakter bringt sogar leichte Nekrophilie-Anspielungen in den Film hinein.

Fido ist ein überdurchschnittlicher und vor allem sehr origineller Streifen, dem es aber eben gerade im komödiantischen Bereich zu sehr an Durchschlagskraft fehlt. Ansonsten sollte man sich ruhig mal auf den Film einlassen, wenn man mal Untote mal ein wenig anders sehen will.

1 Kommentare:

  1. Habe ihn auch erst kürzlich gesehen und kann mich Deiner Meinung voll und ganz anschließen.
    Guter Film - aber im Großen und Ganzen zu brav.
    Die gleiche Thematik, aber mit etwas bissigerem schwarzem Humor - und es wäre ein Kracher gewesen.