Pennywise - Reason To Believe

Posted: 26. März 2008 by Heiko Hartmann in Schlagworte:
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Seit 20 Jahren gibt es sie nun: Pennywise, eine Institution, was den Melodic Hardcore angeht. Man könnte sagen, daß die Band nun schon zum alten Eisen gehört. Könnte, den mit ihrem mittlerweile neunten Studioalbum "Reason To Believe" gehen die Kalifornier neue Wege. Seit gestern kann man sich dieses über MySpace kostenlos und komplett runterladen. Ohne DRM, in hoher Qualität und mit digitalem Booklet. Doch, lohnt es sich denn eigentlich, sich für den Download den Dienst Textango in die Freundesliste zu setzen um sich dann das Album bequem runterladen zu können? Diese Frage kann man ruhigen gewissens mit einem entschlossenen "Ja" beantworten.

Altbewährt und im für die Band mittlerweile so typischen Sound steigt das Quartett mit dem Intro-Song "As Long As We Can" in den Reigen von insgesamt 14 neuen Songs ein. Nach einem getragenen Anfang bekommt man sofort das typisch schnelle Melocore-Riffing um die Ohren geschlagen was mit einem netten, durch Chöre aufgewerteten Refrain abgerundet wird. Doch kaum hat man sich gedacht, das Pennywise auf Nummer sicher gehen, wird man mit "One Reason" ein wenig überrascht. Auf einmal dreschen harte, beinahe schon an moderne Metalsounds erinnernde Riffs durch die Boxen, bis man beim Refrain wieder die altbekannte Punkrichtung einschlägt. Hier haben wir auch gleich einen ersten kleinen Ohrwurm, welcher allerdings vom allerersten Killer des Albums geschlagen wird.

Dieser nennt sich "The Western World", ist textlich ein wunderbarer Rundumschlag gegen die schöne neue, westliche Medienwelt und geht nach vornehmlich schnelleren Nummern etwas vom Gas runter und ist eine tolle, eingängige Midtempo-Nummer. Damit läutet die Band eine kleine Strecke weiterer langsamerer Stücke ein, welche ebenfalls wunderbar ins Ohr gehen und zum Mitwippen mit Kopf, Füßen oder anderen Extremitäten einladen. Viel geändert hat sich am Sound der Band wie gesagt nicht, nur einige Gitarrenmelodien wie zum Beispiel der Anfang von "All We Need" schon beinahe an die doppelläufigen Melodiebögen solcher Metalbands wie Iron Maiden erinnern. Anleihen wohlgemerkt, aber nicht vollends ausgespielt. Doch auch diese ab und an auftauchende härtere Gangart steht den Jungs recht gut.

Und nach "The Western World" brennen Pennywise noch so einige Feuerwerke des Melodic Hardcore ab, zu denen man nur zu gerne schon alleine durch die Wohnung pogt. Einzig und allein "Confusion" läßt einen ein wenig verschnaufen. Die ebenfalls etwas langsamere Nummer besticht vor allem durch ihren verbittert-melancholischen Unterton. Doch bevor man zu einer größeren Verschnaufspause kommt, lässt der Vierer noch mal richtig schön den Knüppel aus dem Sack, haut dem Zuhörer ihre wütenden Phrasen gegen Gesellschaft und das Alltagsleben um die Ohren und gibt in schönster oldschooliger Weise noch einmal richtig Gas. Vor allem "You Get The Life You Choose" ist dabei eine wunderbar Wut und Melodik verbindende Hardcore-Nummer, die zu gefallen weiß.

Doch der absolute Burner folgt erst als letzter Song. "Die For You" ist er betitelt und ein so gnadenlos charmanter Rausschmeißer, welcher einem eine Überdosis gute Laune durch die Blutbahn jagt. Das ist das eine Art Best-of der letzten zwanzig Jahre Pop-Punk und Melodic Hardcore, von Pennywise mehr als präzise auf den Punkt gebracht. Ist man schon ohnehin mit jedem der Songs mehr als zufrieden so hüpft man spätestens hier begeistert durch die Bude. Der Song könnte neben dem legendären "Bro Hymn" oder "Fuck Authority" recht schnell eine neue Kulthymne der Kalifornier werden. Einmal gehört, bekommt man das Ding so schnell nicht mehr aus den Ohren. So beweißen Pennywise mit "Reason To Believe" das sie es mit den ganzen jungen Hüpfern in der Szene immer noch drauf haben und liefern ein richtig tolles, sehr gutes Album ab. Lohnt sich!

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