The (virtual) return of mixtape

Posted: 21. März 2008 by Heiko Hartmann in Schlagworte: ,
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Es war zwar schon Mitte der Neunziger, aber auch ich habe ihn in meiner Teen-Zeit noch mitbekommen: den Charme der Mixtapes. Und wenn es nicht für irgendeine Flamme in der Schule war (wobei ich in dieser Hinsicht recht zurückhaltend war, aber das ist 'nen anderes Thema), dann für Kumpels. Denn eine Angewohnheit habe ich noch heute: ich ballere Freunde und Bekannte immer wieder gerne mit der Musik zu, die ich gerne höre. Aufgrund grenzenloser Selbstüberschätzung waren die Mixtapes bei mir sogar immer moderiert, soll heißen: das war sowas wie 'ne kleine Radioshow. Heute denke ich mal, das dies mehr schlecht als recht aber mit einem gewissen Charme geschah (Überbleibsel aus der Zeit gibt es leider Gott sei Dank nicht mehr).

Jetzt haben wir ja das Zeitalter der CD, von MP3, P2P und brennen. Mixtapes sind so gut wie ausgestorben und eine gebrannte CD hat niemals die gleiche Bedeutung meiner Meinung nach wie das eines Mixtapes. Bei letzterem steckt irgendwie mehr Fleiß dahinter als zur heutigen Zeit, wo man nur ein paar Klicks und Handbewegungen tätigt, bis das Ergebnis vorliegt. Wenigstens gibt es mit Mixwit ein Revival des Mixtapes. Nachdem man sich dort angemeldet hat, kann man mittels eines einfach zu bedienenden Panels anfangen, virutelle Mixtapes zusammenzustellen.

Im ersten Reiter gibt man über das Suchefeld den gewünschten Begriff (Künstler, Song oder Album) ein und kann dann aus den Suchergebnissen einen Song in die Trackliste per Drag and Drop-Verfahren rüberziehen. Dies kann man so oft tun, bis man meint, das Mixtape ist perfekt. Nun kann man diesem noch ein individuelles Outfit verpassen. Dies geschieht über den zweiten Reiter, wo man nun entweder ein eigenes Bild hochladen kann, welches die Kassette verziert oder man sucht sich eines der verschiedenen und richtig tollen Retro-Templates aus. Man kann noch ein wenig an der Farbgestaltung rumschrauben und zuguterletzt das Teil beschriften. Mit einem Klick auf den Publish-Button im dritten Reiter speichert man sein Mixtape ab und kann es veröffentlichen.

Die von anderen Usern gespeicherten Mixtapes kann man sich übrigens auf der Hauptseite von Mixwit anhören. Sein Tape kann man dann entweder der Angebeteten oder wem auch immer per Link zukommen lassen oder auf verschiedenen Diensten wie Facebook, MySpace, Orkut und einigen anderen posten. Ich habe das ganze natürlich gleich mal testen müssen und präsentiere hier dann auch gleich mal das Testtape mit zwölf Songs.

Alles in allem ist Mixwit eine nette Idee, welche leider eine kleine Schwachstelle hat: es kommt beim Zusammenstellen des Tapes öfters vor, das der gewünschte Titel leider nicht mehr verfügbar ist. Aber wenn man gerade mal wieder in Laune ist, alte Zeiten mittels einem Web 2.0-Dienst aufleben zu lassen, ist Mixwit gerne willkommen.

2 Kommentare:

  1. Fireball says:

    Na ja, wo da jetzt mehr Fleiß dahintersteckt als bei ner gebrannten CD, versteh ich leider nicht so Recht. Ich weiß, dass das "früher" sehr viel mehr Arbeit war, aber wenn man sich richtig Zeit nimmt und mit einem Audiobearbeitungsprogramm schöne Übergänge bastelt, Soundeffekte und evtl. Filmausschnitte mitmischt, kann ich mich auch sehr gut mit einem CD-Mix"tape" anfreunden! :-)

    Nichtsdestotrotz ein netter Dienst!

  1. GrossOut says:

    Da bist du eine löbliche Ausnahme. Viele 08/15-User reihen einfach nur schnell Song an Song auf die CD oder knallen einfach eine ganze MP3-Sammlung auf den Datenträger, ohne sich solche Mühe zu machen. Das habe ich gemeint.