Emowoche: The Get Up Kids - Action & Action

Posted: 16. Juli 2008 by Heiko Hartmann in Schlagworte: ,
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Am dritten Tag der Emowoche kommen wir zu einer Band, bei der man sich ebenfalls fragen kann, ob der Sound überhaupt was mit Emo zu tun hat. Zumal sie selbst zu damaligen Zeiten sich doch ziemlich von dem, was man EmoCore nannte, absetzten. Die Rede ist von der Band The Get Up Kids, welche sich leider vor drei Jahren aufgelöst haben. Durch meine Neugierde auf andere EmoCore-Bands getrieben, wurde einfach mal auf die schnelle irgendein Punk-Mailorder-Katalog bestellt und gestöbert, ob ich zwischen all diesen Bands noch etwas aus der Richtung EmoCore finde. Und die Suche hatte Erfolg: dieser Katalog erzählte mir etwas von dem Album "Something To Write Home About" von eben dieser Band, welche aus Kansas City stammte.

Also wurde auf geradewohl einfach mal diese Scheibe mit einigen anderen Dingen geordert. Das ich mir dabei eines der heute wichtigsten Alben für den EmoCore ins Haus geholt habe, war mir damals noch nicht bewußt. Was ich dann damals - nach Erhalt des Päckchens - aus der Stereoanlage rauschte, hat mich dann doch erstmal verwundert fragen lassen, ob das denn wirklich EmoCore sei. Schließlich war ich bisher nur Samiam und einige andere eher typischere Bands gewöhnt. Doch der Sound der Get Up Kids war da irgendwie ganz anders. Mich erinnerte der Sound an typischen, vielleicht etwas energischeren College Rock. Was nicht heißen soll, das mir das Album nicht gefiel. Ich brauchte zwar einige Anläufe, aber von mal zu mal erschlossen sich immer mehr Songs des Albums und saßen in meinem Gehör fest.

Alleine schon der Opener "Holiday" ist dabei ein heftig nach vorne gehender Gute Laune-Rocker der einen kaum ruhig auf seinem Stuhl sitzen läßt. Flirrende, schrammelige Gitarren drängen da aus den Boxen, während Matthew Pryor seinen Text energisch singt. Nur im Refrain nimmt man den Fuß etwas vom Gas. Was dann folgt, ist eine homogene Mischung aus weiteren Uptempo-Rockern und wunderbar ruhigen und gefühlvollen Songs, die schon mal gerne zum Träumen einladen. Vor allem "Valentine" - noch recht weit Vorne auf dem Album zu finden - ist eine tolle Gänsehautnummer. Dem Gegenüber stehen dann wirklich so tolle Ohrwürmer wie "Ten Minutes" das einen regelrecht dazu aufruft, einlädt und was weiß ich noch nicht alles, seinen Arsch nach draußen zu bewegen und irgendwie darauf abzuhotten. Ein ganz großer Song für irgendwelche sommerliche Aktivitäten mit Freunden, um eine gute Zeit zu verbringen.

Ausfälle sind auf dem 1999 erschienenen Album gibt es sowieso nicht zu verbuchen. Jeder der 14 Songs ist ein Treffer. Entweder ins Tanzbein, ins Herz oder irgendwie beides. Gerade der warme Sound des Albums mit seinen angenehm schrammeligen aber auch toll rockendem Gitarrensound, mit einigen akzentuierten Keyboard-Einsätzen verfeinert, macht "Something To Write Home About" zu einem Erlebnis, das selbst heute nichts von seiner Wirkung verloren hat. Kein Wunder also, das ich einen Song von diesem Album ausgewählt habe. Dabei gehört "Action & Action" zu einem sehr homogenen Track. Ein schnell ins Ohr gehender upper Midtempo-Song mit leicht nachdenklichem Unterton, der recht gut aufzeigen kann, wie es auf dem gesamten Album zugeht.



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