Emowoche: Hot Water Music - Remedy

Posted: 15. Juli 2008 by Heiko Hartmann in Schlagworte: ,
0

Bei der heutigen Band könnte man sich schon streiten, ob man sie nun unbedingt zum Emo-Genre dazuzählen soll oder nicht. Jedenfalls hat man doch schon öfters auch mal den Begriff EmoCore für ihren Stil benutzt, als ich auf die Band aus Gainesville in Florida aufmerksam wurde. Dies geschah übrigens abermals durch eine Musik-Zeitschrift bzw. genauer gesagt durch deren CD-Beilage. Auf der Compilation 43 des Ox-Fanzines befand sich ein Lied, welches mich durch seine komplexen Gitarrenmelodien und vor allem diesem ungemein intensiven und noch mehr heiseren Gesangsstil fesselte: "Jack of all trades" von Hot Water Music.

Die meiste Zeit spricht ja der gemeine Musikliebhaber von Post-Hardcore, wenn es um das einsortieren in eine Schublade für das Quartett gibt. Und trotzdem: irgendwo ist da dieser weiche Kern unter der rauhen Schalde des Songkonstrukts. Jedenfalls hat mir der Song so gefallen, daß bald darauf das aktuelle Album "A Flight And A Crash" gekauft wurde, welches durch seine schon angesprochene, wunderbar rauhe Art und Stimmung gleich vom Fleck weg begeistern konnte. Post-Hardcore, EmoCore, Indie-Rock - Hot Water Music spielen einen höchst schmackhaften Cocktail aus diesen drei Stilrichtungen und fallen dabei durch die auf spielerisch höchstem Niveau befindliche Gitarrenarbeit, die mit richtig tollen (teils doppelläufigen Melodien) begeistern kann, auf. Darüber thront dann noch Chuck Ragans unvergleichlich heisere Stimme um das ganze würdevoll abzurunden.

Doch Chuck Ragan war es übrigens auch, der der seit 1994 am Start befindlichen Band einen leichten Dämpfer versetzte, als er sich im Jahre 2005 erstmal mehr um seine Familie kümmern wollte. Richtig aufgelöst hat man sich zwar nicht, dennoch wurden Hot Water Music erstmal für unbestimmte Zeit auf Eis gelegt. Die restlichen drei Mitglieder firmierten dann mit der Unterstützung von Todd Rockhill die Band The Draft, welche von ihrem Sound her sehr stark Hot Water Music gleichen. Deren Debütalbum "In A Million Pieces" ist übrigens auch sehr empfehlenswert.

Währenddessen veröffentlichte Ragan ein Soloalbum, um dann aber im Frühjahr diesen Jahres seine alte Band wieder aufzutauen. Hot Water waren wieder zurück. Nicht nur mit einer Tour, sondern auch mit einem brandneuen Album namens "Till The Wheels Fall Off", meldeten sich Hot Water Music also vor einigen Monaten zurück um die Fans weiterhin mit ihrem einzigartigen Sound zu verzücken. Dabei greife ich diesesmal auf den Song "Remedy" vom Album "Caution" zurück, welcher zwar nicht zu den spielerisch komplexesten gehört, aber einen guten ersten Eindruck von der Band vermitteln kann. Zudem ist auch der Clip wirklich sehr nett anzusehen. Wer es also eher etwas rauheren Sound mag, sollte sich die Band ruhig mal zu Gemüte führen.



Homepage
MySpace
The Draft-Homepage
The Draft-MySpace

0 Kommentare: