Emowoche: Jimmy Eat World - Lucky Denver Mint

Posted: 18. Juli 2008 by Heiko Hartmann in Schlagworte: ,
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Na, höre ich da nun ein Aufschrei durch die Leserschaft gehen? Mainstream? Nun, man mag mittlerweile von der Band um Sänger und Gitarrist Jim Adkins halten was man will, mit "Clarity" veröffentlichte die Band aus dem Bundestaat Arizona ein ebenso immens wichtiges Album für den EmoCore, auch wenn hier ja doch etwas an Core fehlt. Auf dem 1999 erschienenen Album wird zwar auch gerockt, allerdings recht zaghaft. Viel eher regiert hier eine wunderbare Atmosphäre, erschaffen von einem Sound irgendwo zwischen Indie-Rock, etwas Pop und EmoCore.

Aufmerksam wurde ich auf die Band, als der leider schon verblichene Musiksender onyx.tv anfing, den Song "Lucky Denver Mint" wirklich rauf- und runterzududeln und man sich so dem Song wirklich nicht verwehren konnte. Beim rumzappen geschah es, als die Jungs im Videoclip durch die Gegend hampelten und da dabei recht angenehme Gitarrenmucke meine Ohrmuscheln erreichte, machte man halt. Da ich damals schon ziemlich angepisst von dem angeblichen Musikfernsehen der Marke VIVA und MTV war, lief onyx eh öfters mal so nebenher auf der Mattscheibe und somit wie gesagt auch öfters mal dieser Song. Dabei gefiel mir das Ding von mal zu mal besser, das ich mir einfach das Album holen musste. Singles mochte ich einfach noch nie so richtig.

Damit wurde die 1993 gegründete Band - welche zu Anfangszeiten sogar wirklich auch in besetzten Häusern spielte und noch eine ganze Ecke punkiger klang - berühmt und bekannt und spätestens mit dem Nachfolge-Album "Bleed American" gelang ja dann bekanntlich der letztendliche Durchbruch. Während man dort - man höre vor allem den teils herrlich herben Titeltrack - schön rockte, war der Vorgänger "Clarity" ein ganzes bisschen gemäßigter. Die Gitarren hören sich teils recht wavig und poppig an, sind ab und an auch nur akkustisch und selten wirklich schön auf Rock gestimmt. Und dennoch: "Clarity" ist ein wirklich ganz großes Album, bei dem dann die rockigeren Ausbrüche - vor allem wenn es dann doch mal sehr räudig zugeht - richtig schönes Kontrastprogramm sind. Neben dem 16-minütigen Rausschmeißer "Goodbye Sky Harbor" ist vor allem noch "Just Watch The Fireworks" zu erwähnen. Selbst heute bekommt meine Wenigkeit noch eine meterdicke Gänsehaut, wenn sich dieser Song mit seiner einzigartigen und wunderschönen Melodie in sieben Minuten zu einem epischen Emo-Rock/Pop-Song der Meisterklasse steigert.

Auch wenn ich persönlich "Bleed American" genauso gerne mag und höre, so habe ich auch durch seinen immens hohen Status "Clarity" und von dort die Eingangs erwähnte Singleauskopplung "Lucky Denver Mint" ausgewählt, zumal das Video auch einige lustige Momente besitzt und dieser recht relaxte Song sehr gut für den Gesamtsound des Albums steht. Wer die Band nur durch ihren Riesenhit "The Middle" kennt und sie als belanglose Poppunker bzw. Mainstreamer abstempelt, tut ihr doch ein wenig unrecht. Zumindest einmal in seinem Leben sollte man ruhig auch mal in "Clarity" reingehört haben.



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