Emowoche: New End Original - 14-41

Posted: 17. Juli 2008 by Heiko Hartmann in Schlagworte: ,
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Wenn man sich schon dem EmoCore der 90er Jahre widmet, dann kommt man eigentlich an einer Band nicht vorbei: Texas Is The Reason. Noch heute wird die Band, die leider nicht allzu lange existierte, als eine der einflußreichsten Bands für den EmoCore überhaupt angesehen. Das New Yorker Quartett veröffentlichte mit "Do You Know Who You Are?" nur ein reguläres Album, schaffte es aber, damit einen Klassiker des Genres zu veröffentlichen. Man darf sich allerdings nicht nur beim Thema Old School-Emo auf diese Ausnahmeband versteifen. Man sollte auch die Nachfolge-Bands einiger TITR-Mitglieder beachten. Mit am interessantesten sind dabei New End Original, welche leider ebenso kurz existierten.

Scott Winegard und Norman Arenas, der ehemalige Bassist und einer der Gitarristen von Texas Is The Reason, taten sich im Jahre 1999 mit Jonah Matranga und Charlie Walker zusammen, um New End Original zu gründen. Die Idee zu dieser Band hatte Matranga, welcher mit New End Original mal etwas mehr rumrocken wollte. Zwei Jahre nach der Gründung wurde dann das einzigste Album "Thriller" veröffentlich, welches mir beim Schlendern durch die CD-Abteilung eines Drogeristen irgendwann mal in die Hände fiel. Der Name sagte mir zwar gar nichts, irgendwie hatte mich das Outfit der Scheibe so angesprochen, das der Blindkauf gewagt wurde.

Soundmäßig erwartete mich ziemlich geradlinige, schnelle Emorocker, welche sich mit leisen und gefühlvollen Songs voller Schmerz und Melancholie abwechseln. Eigentlich herrscht eine ausgewogene Mischung zwischen schnelleren und langsameren Songs, auch wenn meiner Meinung nach eine kleine Länge im mittleren Teil der Scheibe entsteht. Die kann man allerdings verschmerzen, da die Band mit hohem spielerischem Niveau sowie tollem Songwriting überzeugen kann. Absolute Highlights stellen dabei die ersten drei Songs des Albums dar. "Lukewarm" - welches auch eine Single-Auskopplung erfuhr, ist ein richtig ohrwurmiger Emo-Rocker, mit flottem Tempo ausgestattet und präzise auf den Punkt gebracht. Auch "14-41" schlägt in diese Kerbe, wobei man hier schon eher in Midtempo-Regionen zu Hause ist. Eines meiner absoluten persönlichen Highlights ist allerdings "Hostage", ein emotional wirklich überwältigender Song, welcher sich von einer ruhigen Akkustikgitarrennummer zu einem wütend-verzweifelten Rocker mit beklemmender Stimmung steigert. Weltklasse!

Eventuell hätte man die Songs auch nur etwas anders auf dem Album anordnen, denn auch wenn der Rest der Songs auch wirklich klasse ist, so bleibt doch etwas Leere nach diesen drei Knallern zurück. Hier gibt es nun den mittleren Song des Opening-Trios präsentiert, wenn auch mit einem etwas behämmerten Fan-Video. Leider kann man nicht alles haben, was auch die Fans von New End Original erfahren mussten, als die Band sich 2003 schon wieder auflöste. Wer allerdings auf klassischen, noch recht punkigen aber dennoch auch für leise Momente sorgenden Emo neugierig ist, sollte sich das übrigens auf dem Kultlabel erschienene Album "Thriller" zulegen.

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