Emowoche: Samiam - Mud Hill

Posted: 14. Juli 2008 by Heiko Hartmann in Schlagworte: ,
1

Es ist soweit: liebe Leser und Leserinnen, herzlich Willkommen zur Emowoche auf nerdism is sexy. Beginnen wollen wir auch gleich mit der Band, durch die ich in Berührung mit diesem Genre gekommen bin. Und so unscheinbar die aus San Francisco stammende Band Samiam auf den ersten Blick auch scheint, so kann man sie wirklich zu den Pionieren des Genres zählen. Gegründet hat man sich im Jahre 1988 und gut zwölf Jahre später stolperte meine Wenigkeit durch ein Review der Metalzeitschrift (!) Rock Hard auf das damalige neue Album "Astray". Neugierig gemacht, legte ich mir die Scheibe gleich zu, wußte aber Anfangs irgendwie noch nichts mit dem Sound anzufangen.

Gott sei Dank versuche ich dann jedem Album nach einer Weile nochmal eine Chance zu geben und siehe da: diesmal hat es "Klick" gemacht und die nächsten Wochen rotierte eigentlich nur noch dieses Album im Schacht der Stereoanlage. Trotz einer gewissen Einfachheit in den Songs, man könnte zum Sound der Band auch gut Pop-Punk sagen, besticht die Band mit ihrem Gespür für schnell ins Ohr und unter die Haut gehende Hymnen. Diese können bitter, freudig, melancholisch, ja selbst wütend klingen und haben dabei aber immer auch einen Ohrwurm-Charakter. Richtig verwunderlich, wenn man das selbstbetitelte Debut der Band aus dem Jahre 1989 kennt, auf dem sie noch eher dem ursprünglichen, chaotischeren Emosound zockten. Doch nach und nach wurde man melodischer, was Samiam Mitte der 90er auch zu einem Majordeal führte.

Allerdings hat man wohl nicht so richtig die Erwartungen des Labels erfüllt und ist schon seit langen Jahren wieder Independent unterwegs. Und das auch erst in der letzten Zeit wieder so richtig, vergingen doch zwischen "Astray" und dem aktuellen Album "Whatever's Got You Down" sechs lange Jahre, in denen schon manche Hardcore-Fans dachten, es sei aus. Vor allem, da nach der Veröffentlichung von "Astray", das meiner Meinung nach wirklich beste Album der Band, mit James Brogan ein wichtiger Songwriter ausstieg. Auch wenn das aktuelle Album immer noch wirklich gut anhörbar ist, so verbinde ich gerade mit "Astray" so einige tolle Erinnerungen aus meiner Jugendzeit. Daher habe ich zum Einstand auch einen Song aus diesem Album ausgesucht. "Mud Hill", ein eigentlich eher ruhigerer und langsamerer Song, der aber vor allem durch Jason Beebouts toller Stimme und einem herrlich schwermütigen Unterton besticht. Selbst acht Jahre nach dem ersten Hören des Songs bekomme ich heute noch eine Gänsehaut davon.

Samiam stehen für leicht angepoppten (jedenfalls ab dem Album "Clumsy") melodischen EmoCore, welcher vor allem durch Jasons Stimme und der teils wirklich sehr schönen Gitarrenarbeit und -melodien der Songs getragen wird. Schade nur, daß sie irgendwie nie so den richtig großen Wurf gemacht haben. In den USA sind sie die ganzen Jahre nie die wahren Reißer gewesen und nur in Europa - insbesondere Deutschland - kann die Band auch schon mal bis zu 1.000 Leute zu einer Show versammeln, wie Gitarrist und Gründungsmitglied Sergie Loobkoff dem Ox-Fanzine in einem Interview verriet. Wirklich schade, haben doch viele ihrer damaligen Vorbands heute mittlerweile Millionenseller-Status: Bad Religion, Green Day, Blink 182 (welche übrigens als ziemlich mittelmäßige Emoband anfingen) oder auch No Doubt waren seit den gut 20 Jahren, welche Samiam nun auf dem Buckel haben, schon Vorband dieser schon fast vergessenen Perlen des oldschooligen Emocores.



Homepage
Fanpage
MySpace

1 Kommentare:

  1. Netter Song - gefällt :)