Emowoche: Waterdown - Round Two

Posted: 19. Juli 2008 by Heiko Hartmann in Schlagworte: ,
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Bisher wurden innerhalb der Emowoche nur amerikanische Bands besprochen. Doch natürlich gibt es auch außerhalb der USA einige bemerkenswerte und sogar prägende Kapellen. Eine davon wäre zum Beispiel Waterdown, eine deutsche Band, welche es schon mit dem Debütalbum zum namenhaften Label Victory Records geschafft haben. Auch wenn sich Waterdown nicht gerade im Guten von Victory getrennt haben (was sowieso eher selten eintrifft), so ist dies doch schon eine bemerkenswerte Sache. Gegründet wurden Waterdown im Raum 2000 und stammen aus dem Osnabrücker Raum.

Ein Jahr später veröffentlichten sie ihr Debüt "Never Kill The Boy On The First Date", welches immens gute Kritiken von allen Seiten einheimsen konnte. Da ich damals immer noch diesen kleinen Emoflash hatte, bekam auch ich so einige gute Stimmen zu diesem Album zu lesen und bin so neugierig gemacht worden. Als ich dann mit dem Titel "Impress Me" auch noch ein erstes Hörbeispiel bekam, war die Sache klar: Das Album muss her und wurde prompt gekauft. Dabei ist mir dieses allerdings erst vor gut ein bis zwei Jahren so richtig ans Herz gewachsen, als ich neuerlich in den großen und herrlichen Pool des Punks und EmoCores sprang.

Damals hatte ich dann wohl doch noch mit einem Element in ihrer Musik meine Probleme, was ich heute wirklich sehr gerne mag: der Wechsel zwischen derbe geshouteten Parts und cleanem Gesang war für mein Gehör zur damaligen Zeit doch etwas sehr irritierend. Da allerdings nicht bei allen Soung geschrien und gesungen sondern auch teils nur gesungen wurde, konnte ich zumindest einigen Songs etwas abgewinnen. Erst als ich dann das Subgenre des Screamo für mich entdeckte, kam auch nochmal "Never Kill The Boy On The First Date" zum Zuge und siehe da: es begeisterte mich immens. Von vorne bis hinten, von hinten bis vorne - keine Ausfälle zu verbuchen.

Mit druckvollem, aber immer noch sehr im Punk verwurzelten Gitarrensounds werden hier tolle und prägnante Songs zum Besten gegeben, welche durch den wechselhaften Gesang eine wunderbare Intensität erreichen. Ein Beispiel hier wäre der schon angesprochene Song "Impress Me", welcher durch geshoutete, wütend keifende und tolle cleanen Gesangsparts punkten kann. Auch zeugt dieser Song und etwas härtere Vertreter der Marke "Picketline" und "Not Today" das Waterdown auch stark vom Hardcore beeinflußt worden. Dann ist da aber noch die andere Seite des Albums, welche so fantastische und hochmelodiöse Punkkracher wie "Round Two", "Your Shadow" oder "June" zu bieten hat. Gute Laune versprühende Songs, schön abgehend, angenehm rockend, catchy und einfach nur mitreißend. Noch toller wird das ganze bei so unglaublich emotionalen Songs der Marke "Lessons" oder "One Thing". Hier spielen Waterdown ihre ganzen Stärken aus, welche schon auf dem Debüt verdammt ausgeprägt waren. Ohrwürmer, die einem so schnell nicht mehr aus dem Kopf gehen wollen und wie gesagt auch noch richtig unter die Haut gehen können und dabei eine dezente Punknote versprühen.

In der Zwischenzeit ist dabei ihr Sound dabei recht härter geworden, so das man Waterdown ohne weiteres mittlerweile in die Sparte des Metalcores einordnen kann. Nach ihrer Trennung von Victory veröffentlichten sie vor kurzem die EP "Powersnake" welche nochmals härtere Töne als der letzte Longplayer "All Riot" anschlug. Dieser ist ebenfalls zu empfehlen, auch wenn der Soung wie gesagt eher in die Screamo/Metalcore-Richtung geht. Hier gibt es mit "Round Two" erstmal einen Einblick in die melodische Ader der Band, da dieser wirklich zu den abartig tollsten Ohrwürmern des gesamten Debüts gehört.



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