Spillsbury - Auf zum Atem

Posted: 18. Oktober 2008 by Heiko Hartmann in Schlagworte: ,
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Seit 2001 ist das sympathische Elektropopduo Zoe Meisner und Tobias Asche unter dem Namen Spillsbury in der hiesigen Musiklandschaft unterwegs und beschwerten mir mit ihrem Debüt "Raus" einen absoluten Dauerbrenner, welcher einige Monate lang im Player rotierte. Nach dem ganz logisch mit "2" betitelten zweiten Album steht nun seit gut einer Woche mit "Auf zum Atem" das dritte Werk der beiden Hamburger im Laden. Und wie schon auf "2" muss sich auch hier der Fan etwas umgewöhnen. Damit ist jetzt nicht nur gemeint, das die Band nicht mehr L'age D'or sondern nun bei Raboisen unter Vertrag stehen.

Alleine schon der Opener "Hubschrauber" ist seltsam sperrig, ungewohnt minimalistischer im Sound als alle bisher dagewesenen Songs des Duos. Nostalgisch mutet das irgendwie an, wie 80ies Synthiepop mit etwas NDW-Minimalismus vermischt. Einsame Synthiedrums erschaffen eine kalte Klangwelt und Atmopshäre, die sich ein bisschen durch das ganze Album zieht. Weitere Veränderung, die einem sofort ins Auge bzw. ins Ohr sticht: Die Lyrics sind etwas greifbarer, nicht mehr metaphorisch überladen und im ureigenen Stil der beiden kryptisch und etwas seltsam anmutend. Erst beim nachfolgenden "Bitte Bitte Bitte", sehr toll nach vorne gehend und auch mit Tobi am Mikrofon, erkennt man den typischen Stil der Band, diesen Mix zwischen Gitarre und elektronischem Instrumentarium.

Doch bis das Album komplett zündet, vergehen einige Durchläufe und vor allem nur wenige Songs bleiben schon nach dem ersten Mal richtig hängen. Einer davon ist die erste Single-Auskopplung "Lass mich", welche nicht nur einen wirklich wunderbaren Text sondern auch diese typische Treffsicherheit in Sachen schnell ins Ohr gehender Melodien bietet. Dafür gibt es eine gute Mischung aus etwas schnelleren und Midtempo-Songs, wobei anders als beim Vorgänger wieder etwas das Tempo innerhalb der Songs angezogen wurde. Daher sind die zehn neuen Songs relativ knackig und prägnant auf den Punkt gebracht, so daß die Gesamtspielzeit von "Auf zum Atem" gerade mal eine gute halbe Stunde beträgt.

Irgendwie bleibt man dann ja doch etwas zwiegespalten zurück. Einerseits bieten Spillsbury ihren Fans das, was man von ihnen kennt und liebt und dennoch fehlt dem Album etwas der letzte Schliff, damit man vollends zufrieden damit sein kann. Nicht, das es jetzt schlecht oder durchschnittlich geraten ist. Keineswegs. Allerdings fehlt hier das berühmte Tüpfelchen auf dem "i", die 100%ige Hitdichte, die die beiden Vorgängeralbum ausmachte. Neben "Lass mich" können nach dem ersten Hören vor allem "Sturzflug", "Mitten in der Nacht" und der Rausschmeißer "Lange Leine". Einer der ungewöhnlichsten Songs ist "Grau", welcher sich durch sein Arrangement sogar etwas wie ein 8Bit Musikstück anhört.

Es dürfte wohl wirklich die durch einene neuen Minimalismus und den Sound herführende einfach etwas zu kalte und triste Stimmung sein, welche "Auf zum Atem" leider nur zu einem überdurchschnittlichen Album macht. So bleibt nach dem Hören immer ein kleines "Schade" im Hinterkopf zurück, trotz der weiterhin hohen Qualität der Band. Vielleicht muss das neue Werk auch einfach nur etwas reifen und noch benötigt einfach ein paar mehr Durchläufe, um vollends seine Wirkung zu entfalten.

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3 Kommentare:

  1. eay says:

    Also der Albumtitel ist großartig!

  1. Faustus says:

    Auf zum Atom!
    Auf zum Atem.
    Auf zum ATOM.
    AUF ZUM ATEM!
    Schon besser.

  1. Peter says:

    Ich habe mir das Album auch direkt am Erscheinungstag gekauft, hat bei aber auch noch nicht so richtig gezündet. Es ist ein weniger catchy. Die Gänsehaut besonders des ersten und vereinzelt zweiten Albums fehlt noch.