Aktion: Gaming is not a crime

Posted: 26. März 2009 by Heiko Hartmann in Schlagworte: ,
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Seit dem Amoklauf in Winnenden sind sie wieder in aller Munde: "Killerspiele" wie Counter-Strike oder auch FarCry 2 werden von den Medien als Gewaltbereitschaft fördernde Spiele dargestellt, die bei vielen unschuldigen Jugendlichen irgendwann einen Schalter im Kopf umlegen. Wie so oft sucht man schnell und pauschalisierend einen Schuldigen für diese schlimmen Ereignisse, ohne sich wirklich große Gedanken über die Hintergründe zu machen. Es scheint ja auch gerade so, als würden einige der Regierungslenker diesen Amoklauf für ihre populistischen Zwecke sogar begrüßen, um solch entarteten Kram zu entfernen. Ich benutze dieses Wort bewußt, da die erneut aufgekommende Diskussion um "Killerspiele" und ihren Einfluß mich immer mehr an die damalige Hatz der Nazis auf Kunstwerke erinnert.

Das Gamer jedoch aus allen Gesellschaftsschichten kommen, mit beiden Beinen im Leben stehen und keinesfalls potenzielle "Schläfer" für spätere Amokläufe darstellen, wird natürlich mit fadenscheinigen Argumenten schnell und äußerst billig widerlegt. Da begrüßt man doch gerne solche Aktionen wie Gaming is not a crime, welche vom Computec-Verlag initiiert wurde. Man meldet sich dort an, ladet ein Bild hoch und kann wenn man möchte auch noch kurz ein Statement zur Darstellung von Gamern in den Medien abgeben, um dann der Öffentlichkeit sein Gesicht zu zeigen, daß man keineswegs ein vollkommen durchgedrehter Psychopath ist.

Selbst meine Wenigkeit, die eher ein Casual- anstatts Hardcore-Zocker ist, hat sich angemeldet um bei der Öffentlichkeitskampagne und Imagebereinigung von Gamern aller Altersklassen ein wenig mit zu helfen. Es wird sich zwar erst zeigen, inwieweit die Aktion bemerkt wird und anklang findet, allerdings ist sowas teils immer noch besser, als nur Däumchen drehend nichts zu tun.

(Link)

1 Kommentare:

  1. Sefarina says:

    Hmm, ich finde ja auch, dass diese "Killerspiel-Propaganda" von Seiten der Presse ebenso vorhersehbar wie haltlos und unfair war. Den Spielen die Schuld zu geben, Gamer zu kriminalisieren und zu lügen, dass sich die Balken biegen ist ja auch viel einfacher, als die Problematik in der Gesellschaft zu suchen.

    Trotzdem bezweifle ich, dass die Aktion viel bringen wird. Vor allem hab ich doch erstmal gestaunt als die vermeintlich harmlosen Gamer sich dann z.B. mit Bundeswehrklamotten oder als Chucky die Mörderpuppe präsentierten... ein paar von denen möchte ich ja echt nicht unbedingt im Dunkeln begegnen *ggg*