Projekt Hörsturz: Runde 37

Posted: 20. Januar 2011 by Heiko Hartmann in Schlagworte: ,
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Wenn ich mich jetzt so an diesen Beitrag ranmache, so ging mir zuallererst folgendes durch den Kopf: "Junge, du solltest echt mal wieder mehr bloggen". Keine Weihnachts- (gut, da bin ich eh ziemlich muffelig), ja nicht mal Neujahrswünsche an die Leserschaft, selbst das dreijährige Jubiläum von nerdism wurde verpennt und nun folgt nach meinem Beitrag zur Runde 36 von Projekt Hörsturz der zur aktuellen, 37. Ausgabe. Dazwischen: nix. Woran es liegt? Das Real Life ist im Moment weitaus spannender als das Internetz (ja, das geht!) und ich glaube, mein Feedreader hätte - wenn es denn möglich wäre - bestimmt schon Spinnweben angesetzt. Auch wenn es für mich alten Prokrastinator schwer werden würde, so gelobe ich Besserung und mehr Beiträge für 2011. Jetzt wollen wir uns aber erstmal Beeties lustiger Musikbewertungsrunde widmen.

Motörhead - Ace of Spades (Blues-Version) (von cimddwc)
Hach, mit Lemmy fings bei mir so allgemein mit härterer Musik an. Motörhead sind und bleiben somit immer ein Teil meiner musikalischen Vorlieben. "Ace of Spades" ist der wohl bekannteste Song des Trios um die rockende Kultwarze. So lässig habe ich den Song bisher noch nie gehört. Vielleicht etwas zu locker runtergezockt. Ich mag zwar alternative bzw. auch mal ganz andere Versionen von Songs, nur das hier will nicht so richtig hängen bleiben. Etwas zu kraftlos arrangiert. Trotzdem noch ganz in Ordnung. 3/5

Verket - Dom som blev över (von Nummer Neun)
Schon bei den ersten Takten werde ich hellhörig. Sehr fein. Ziemlich geradliniger, aber auch nicht wirklich aufregender Indie-Rock. Einen kleinen Bonus bekommt der Song, weil er auf schwedisch gesungen ist. Geht mir persönlich immer gut rein, wenn es etwas "exotischer" ist. Allerdings läßt mich das Lied dann doch auch etwas mitwippen. Alles in allem auch hier eine ganz nette, wenn auch unspektakuläre Nummer. 3/5

Mono und Nikitamann feat. Russkaja - Von Osten bis Westen (von Sebastian)
Der Beat läßt einen ja doch schon schnell auf dem Stuhl mitbewegen. Der Titel usw. sagt es ja schon: leicht osteuropäische Einflüsse sind auch auszumachen. Instrumental geht es vollkommen in Ordnung, auch wenn der Sound vielleicht noch einen Tick mehr Druck aufbauen könnte. Nur die leicht nuscheligen Stimmen, damit kann ich mich leider nicht so richtig anfreunden. Schade. 2,5/5

The Cog is Dead - The Death of the Cog (von Basti)
Wat is dat dann? Folkig angehauchter, mit Steampunk-Thematik versehener Indie? Oder was? Mitschunkeltitel, gerade gegen Ende. Klingt ja recht interessant, mit der Instrumentierung habe ich keine großen Probleme. Die vom Titel aufgebaute Atmosphäre geht auch in Ordnung, leider fehlt mir dazu doch ein wenig der Zugang. Not really my cup of tea. 2/5

Brian Eno - An Ending (Ascent) (von Dr. Borstel)
Weite Soundflächen werden hier ausgebreitet, auf denen man sich gut entspannen kann und mit geschlossenen Augen in andere Sphären tauchen kann. Soweit meine ersten Gedanken hierzu. Allerdings kann ich mit dieser Art von Musik rein gar nichts anfangen. Man möge mir folgenden Kommentar verzeihen: aber auch wenn ich ruhigere Musik mag, so fehlt es mir hier an Abwechslung. Andere entspannen hierzu, ich war froh, als der Song zu Ende war. 1/5

Tensheds - Flying Cars (Acoustic) (von JuliaL49)
Na also. Noch eine eher ruhigere Sache und die find ich wirklich sehr schön. Ganz simpel einfach nur Gitarre und eine sehr markante Stimme. Dieser leicht rauhe Ton des Sängers und diese traurige Stimmung des Lieds öffnet mir das Herzchen und läßt mich ganz leicht lächeln und etwas träumen. Wie gesagt: schlicht und ergreifend schön. 4/5

MewithoutYou - In A Sweater Poorley Knit (von Kristin)
Schräges, etwas psychedelisches Intro und dann setzt die Gitarre und dieser leicht schiefe, aber auch tolle Gesang an. Und mein Grinsen gesellt sich dazu. Wohlgemerkt: ein positives. Das Lied steigert sich wirklich toll, gerade die aufgebaute Spannung in der zweiten Strophe, wenn dann auch die E-Gitarre und die Drums hinzugekommen sind, ist wirklich klasse. Vielleicht hätte das Lied einen kleinen Tick kürzer sein können, ansonsten gefällt's aber gut. 3,5/5

Ronan Hardiman - Warriors (von maloney8032)
Da schnellen die Augenbrauen bei Beginn ja ganz schnell nach oben. Celtic! Folkig! Das hört sich schon fast wie eine Drehleier an, ist aber doch eine Geige. Egal, ich liebe diesen Sound! Fuck, was für eine tolle Melodie. Und wenn diese dann ganz leicht das Tempo ansteigen läßt, so wiegt man schon ganz schnell mit. Dabei sieht man sich natürlich irgendwo auf einem steilen, grün bewachsenen Hügel an der Küste in Irland. Da hätte man noch ein paar Drums vertragen können, zum richtigen Abtanzen aber auch so schon eine wirklich coole Nummer. 4/5

Paradise Lost - The Rise of Denial (von Tenza)
Die Ikonen des Gothic Metals. Rennen laut vielen Fans ja schon seit Jahren ihrer damaligen Klasse hinterher. Viel kenne ich zu meiner Schande nicht von den Briten. Der Song hier klingt ja schon fast nach käsigem Standard(düster)metal. Die Melodie des Songs geht in Ordnung, Herr Holmes Klargesang an manchen Stellen weiß zu überzeugen. Aber naja... irgendwie wäre bei so einer Band doch mehr drin. "The Rise of Denial" schaffts für mich leider nie so richtig aus dem Durchschnitt heraus, auch wenn die langsame Passage echt nett ist und ihn kurzzeitig etwas aufwertet. 3/5

Wauvengod - JiGad (von Fabian)
Ich überrasche mich selbst mal wieder. Minimal arrangierte Elektromucke, mit gutem Aufbau und guter Synthiemelodie. Irgendwie sehr deep, meines erachtens sehr düster in seiner Stimmung. Und diese Beats: richtig toll. Da hör ich gebannt zu und vergebe am Ende zufriedene 4/5

Bonussongs:

Aimee Mann - Save Me (von Steve)
Eine Gitarre und eine Frauenstimme. Könnte was großes werden. Aber die gute Aimee kommt mir etwas zu langweilig rüber. Das Arrangement kann sich hören lassen, ist aber auch ein wenig zahnlos. Erst gegen Ende kommt da noch etwas Pepp hinzu, so dass ich noch 3/5 Punkte zücke.

Breaking Benjamin - Home (von Kasumi)
Ich gebe es zu: ich habe mich auf den Moment gefreut, an dem ich zu Kasumis Vorschlag gelange. Ich mag Breaking Benjamin und auch wenn diese Version jetzt nicht so die beste Qualität vorzuweisen hat: "Home" ist ein echt netter Song der Band. Gerade das knackige Riffing zu Beginn und die Strophen können echt begeistern. Der Chorus fällt ja leicht ab, deswegen "nur" 3,5/5

I Fight Dragons - Welcome To The Breakdown (von Heiko)
Wie immer: da mein Vorschlag, keine Wertung.



Jasper - Neidlos (von Konzertheld)
Hm, ja. Der Text ist schon gut. Junger, frischer Singer/Songwriter-Kram und der Kerl hat eine ganz nette Stimme. Ganz nett. Das trifft's hier bei dem Song mal wieder auf den Punkt. Ist mir aber im großen und ganzen doch etwas zu wenig. 2,5/5

Lord of the Rings (SNES) - Shire Theme (von Onkelosi)
Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, aber hat die PowerPlay (Gott hab' sie selig) über dieses Game nicht mal geschrieben, dass hier die meisten Grüntöne in der Gamegeschichte vertreten sind? Ich habe das Spiel nie gezockt, aber der Soundtrack macht Lust auf mehr. Der läßt mich ja jetzt schon mit behaarten Hobbitfüßen durch ganz Mittelerde wandern, oder tanzen. Schön mittelalterlich anghauchter Game-Soundtrack. 4/5

Molotov Jukebox - Laid to Rest (von Graval)
Das Ding fängt an und mein Grinsen wird ja immer breiter. Holy Shit, damit hätte ich nicht gerechnet. Coole Mucke, schöner Wechsel des Tempos und mal ehrlich: die Sängerin ist optisch und auch stimmlich meiner bescheidenen Meinung nach eine Wucht. Wenn die Geige dann noch anfängt, ist es um mich geschehen. Einfach nur toll, ich hab nichts auszusetzen. 5/5

The Herbaliser - Mrs Chombee Takes The Plunge (DJ Food Rebake) (von beetFreeQ)
Na wie gut das sich das noch etwas steigert. Wäre man wie zu Beginn nur beim Bass, den Effekten und dem Piano geblieben: ich wär eingeschlummert. Doch mit den Beats gewinnt das Stück doch etwas. Nur mit dem Geklimper werde ich kein Freund. Dann die langsame Passage: nimmt dem Song etwas an Spannung. Hinterher wirds dann richtig stark und ich bin fast versucht, meine Punkte auszuwürfeln, so unentschlossen bin ich. Doch wenn ich mal recht überlege: doch sehr interessanter Sound, der einlädt, nochmal reinzuhören. Macht dann doch 3,5/5

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